Leben

Leben

Biographische Daten

Im Jahr 1937 bin ich in Breslau zur Welt gekommen. Nach meinem Zwillingsbruder war ich der Letztgeborene von fünf Geschwistern, in einem anregend turbulenten Elternhaus. Wir wohnten damals in Hirschberg im schlesischen Riesengebirge. Mein Vater war Zahnarzt, meine Mutter eine exzentrische, dem Schönen zugewandte Egomanin.

Doch 1945 zerplatzte der Kindertraum.

Meine Mutter, eine erschreckend lebensuntüchtige Frau, nahm mich, 7jährig, und die beiden jüngeren Geschwister mit auf die Flucht vor der sowjetischen Invasion. Erst nach einer 3 jährigen Odyssee trafen wir den Vater wieder und gelangten nach Bernau bei Berlin, nachdem wir endgültig aus dem seit über 700 Jahren deutschen Schlesien vertrieben worden waren.

Es folgten: Schule, Abitur, DDR-Mief und -Repression, Arbeit beim Film, Tod der Eltern, eine zweite Flucht über China in den Westen 1960 und noch eine dritte Flucht 1961: Abreise aus Westberlin am Tage des Baus der Berliner Mauer. So geschah es dreimal: Bei jedem ‚Aufbruch in eine neue Zukunft‘ habe ich nur einen Koffer Habseligkeiten gerettet.

Des Studiums wegen ging ich 1962 nach Köln. Dort habe ich 1966 meinen Freund und Partner Peter Guckel kennengelernt. Mit ihm teile ich seitdem mein Leben.

All die schillernden und faszinierenden Facetten unserer beider Leben und unseres gemeinsamen Zusammenseins hat mein Freund Peter in einem Buch geschildert. Meinen Teil habe ich ihm erzählt, dann zusammen mit ihm überarbeitet. So ist, das weiß ich, ein lebenssattes und verwegenes, wahres und mutiges Dokument über uns beide entstanden.

Statt vieler Worte möchte ich auf dieses, wie ich glaube, aufregende Buch hinweisen. Der Interessierte lässt sich vom Bann des Textes gern gefangen nehmen, so sagen es mir viele Leser.

1937
Siegbert Hahn kommt am 22. Mai in Breslau zur Welt und wohnt mit seiner Familie bis Anfang 1945 in Hirschberg(Riesengebirge)

1945
Vertreibung aus Deutschland

1945 – 1948
Flucht der Familie in vielen Etappen nach Bernau (Ostberlin)

1957
Abitur – Erste Ölbilder entstehen

1957 – 1960
Assistent für Regie und Kamera bei der DEFA-Filmgesellschaft(Ostberlin)

1958
Reise durch den Balkan

1959
begleitet er Hochseefischer durch den Nordatlantik

1960
Reise durch die Sowjetunion und China; von dort Flucht nach Westberlin

1961
Übersiedlung nach Westdeutschland

1962 – 1966
Studium der Kunstgeschichte an der Universität Köln

1962 – 1967
Mehrere Aufenthalte in Paris

1963
Erste Einzelausstellung

seit 1967
freischaffender Maler

1984 – 1987
Einzelausstellung im Gästehaus der Bundesregierung, Schloss Gymnich (Bonn)

1999 – 2004
Beteiligung an der Gedächtnisausstellung ‚Jakob Böhme‘ in der Nicolaikirche Görlitz

2001
Ganzjährige Einzelausstellung zum 600. Geburtstag von Nikolaus Cusanus in dessen Geburtshaus in Bernkastel-Kues

2009
Zwillingsbruder Siegmund Hahn stirbt in Berlin

2010
Im Rahmen des Programms ‚RUHR 2010‘: Beteiligung an der Ausstellung ‚Feuerländer – Regions of Vulcan‘, Oberhausen

2012
Bruder Theodor „Teddy“ Hahn stirbt in Darmstadt

2012
1. gemeinsame Ausstellung mit dem Zwillingsbruder: „Die Zwillinge Siegmund und Siegbert Hahn –
Ein Graphiker und ein Maler“, Fürst-Pückler-Museum, Park und Schloss Branitz

2018
Siegbert Hahn wird mit dem größten Verlust seines Lebens konfrontiert: Sein Freund, Lebensgefährte und Mann
Dr. Peter Guckel stirbt und wird auf dem Friedhof „Melaten“ in Köln beigesetzt.

Siegbert Hahn lebt und arbeitet in Köln.